Liderkrankungen und ästhetische Lidchirurgie


Es gibt vielfältige Liderkrankungen, die in der Regel alle behandelbar sind. Entweder durch eine intensive Salben- oder Tropfentherapie, einen operativen Eingriff oder eine Lasertherapie. Operationen an den Augenlidern können aus therapeutischen oder kosmetischen Gründen durchgeführt werden. Als kosmetisch werden Lidoperationen bezeichnet, die lediglich einer optischen Verschönerung dienen, ohne dass gesundheitliche Beschwerden vorliegen. Therapeutisch sind Lidoperationen immer dann, wenn durch eine veränderte Lidstellung oder durch eine Geschwulst Beschwerden wie verringertes Sehen, Schmerzen, Tränenträufeln oder Enzündungen auftreten.

Unsere Spezialsprechstunde für Liderkrankungen und plastische Lidchirurgie findet jeden Freitag von 8 bis 16 Uhr statt und wird von der Fachärztin Frau Doktor Janna Harder betreut. Einen Termin können Sie jederzeit vereinbaren. Wie üblich untersucht Sie zuerst einer unserer Assistenzärzte. Falls erforderlich, veranlasst er weitergehende Untersuchungen wie zum Beispiel eine Gesichtsfelduntersuchung oder eine Fotographie. Im abschließenden Gespräch diskutieren Sie mit Frau Doktor Harder die Möglichkeiten einer Behandlung Ihrer Liderkrankung. Hierfür stehen uns unter anderem moderne Lasergeräte zur Verfügung.

Die häufigsten Liderkrankungen

Im Folgenden möchten wir Ihnen die häufigsten Liderkrankungen vorstellen. Beim Klick auf die einzelnen Überschriften können Sie Beispielfotos der Erkrankungen öffnen. Die Bilder wurden zum Teil vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Hierfür herzlichen Dank!

Ektropium
Bei einem Ektropium erschlafft das Unterlid und hängt nach außen. Die Bindehaut (das Weiße im Auge) wird nun nicht mehr vom Lid geschützt. Meistens entsteht dadurch eine Entzündung der Augenlider und der Bindehaut. Außerdem treten Beschwerden wie rote Augen, Kratzen, Trockenheit, Lichtempfindlichkeit und Augentränen auf. Durch eine Operation wird das Unterlid gestrafft und liegt dann wieder an der Bindehaut an.

Entropium
Beim Entropium ist das Augenlid nach innen gerollt. Die Wimpern reiben dadurch ständig an der Bindehaut, was zu einer chronischen Augenentzündung und zu Beschwerden wie roten Augen, Kratzen, Trockenheit, Lichtempfindlichkeit, Augentränen bis hin zu Hornhautschäden führt.

Hordeolum (Gerstenkorn)
Die Entzündung einer Liddrüse durch Bakterien nennt man Hordeolum. Es macht sich durch eine schmerzhafte rote Schwellung bemerkbar. Durch die Eiteransammlung im Inneren der Schwellung ist teilweise ein weißlicher Punkt in der Mitte sichtbar. Durch antibiotische Augentropfen und Salben werden die Beschwerden in der Regel schnell gelindert, die Entzündung behoben und das Hordeolum verschwindet. Sollte eine Salben- und Tropfentherapie erfolglos sein, kann sich aus dem Hordeolum auch ein Chalazion entwickeln.

Chalazion (Hagelkorn)
Das Chalazion ist eine chronische Entzündung einer Liddrüse, die in jedem Alter auftreten kann. Sie entsteht durch eine vermehrte Talgansammlung in der Liddrüse und führt zu einer Verstopfung der Liddrüse. Es bildet sich so ein sich langsam vergrößerndes Körnchen, das nicht berührungsempfindlich ist. Falls es nicht von selbst zurückbildet oder eine Salben- und Tropfentherapie erfolglos ist, kann eine einfache Operation Abhilfe schaffen.

Basaliom
Ein Basaliom ist ein bösartiger Hauttumor, der meist im Bereich des Augenlides auftritt. Er ist hautfarben, schmerzt nicht und ist als Knötchen mit einer Eindellung in der Mitte sichtbar. Häufig wird er lange Zeit verkannt und mit einer schlecht abheilenden entzündeten Stelle verwechselt. Teilweise kommt es bei Berührung zu einer Blutung. Der Tumor kann Gewebe zerstörend in die Tiefe wachsen (infiltrativ), bildet aber keine Metastasen. Das heißt, die bösartigen Zellen bilden sich nur im Bereich des Basalioms selbst und nicht an anderen Stellen des Körpers. Deshalb ist eine vollständige Heilung durch eine Operation möglich. Je nach Größe des Tumors kann eine kleine Hautverpflanzung notwendig sein.

Plattenepithelkarzinom
Das Plattenepithelkarzinom ist ein bösartiger Hauttumor, der überall auf der Haut und auch im Bereich der Augenlider auftreten kann. Er ist hautfarben und kann auch mit einer nicht abheilenden entzündeten Stelle verwechselt werden. Im Gegensatz zum Basaliom steigt hier mit wachsender Größe des Tumors die Gefahr, dass sich Metastasen bilden. Daher ist neben der gründlichen Entfernung des Tumors durch eine Operation auch eine Untersuchung der Lymphknoten und der inneren Organe zum Ausschluss von Metastasen sinnvoll.

Ästhetische Lidchirurgie

Diese Veränderungen der Augenlider sind nicht krankhaft und  verursachen in der Regel keine Beschwerden. Daher wird die operative Korrektur nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei privaten Krankenkassen ist eine Kostenübernahme von Ihrem persönlichen Vertrag mit der Versicherung abhängig. Beim Klick auf die einzelnen Überschriften können Sie Beispielfotos der Erkrankungen öffnen.

Dermatochalasis (Schlupflider)
Die Erschlaffung der Lidhaut nennt man Dermatochalasis. Im Volksmund ist die Erkankung als Schlupflid bekannt. Eine optische Verschönerung durch die Entfernung überschüssiger Lidhaut und des hervortretenden Fettgewebes kann mit einer Operation (Blepharoplastik) problemlos durchgeführt werden. Das Herabhängen der Lider kann manchmal so stark ausgeprägt sein, dass der Betroffene sie nicht mehr weit genug heben kann und die Sicht daher beeinträchtigt ist. Um dies auszugleichen spannen viele Menschen oft den Stirnmuskel an oder legen den Kopf nach hinten, was zu Spannungskopfschmerz führen kann. Durch eine Gesichtsfelduntersuchung kann festgestellt werden, wie stark das Sehen beeinträchtigt ist. In einigen Fällen ist durch das eingeschränkte Sehen eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich. Diese muss jedoch in einem entsprechenden Antrag erst genehmigt werden.

Xanthelasmen (Lidwarzen)
Xanthelasmen sind kleine Fetteinlagerungen in der Haut die als gelbliche Geschwulste im Bereich der Augenlider sichbar sind. Sie sind nicht gefährlich, beeinträchtigen nicht das Sehen und verursachen keine Entzündungen oder Schmerzen. Sie können in einem kleinen operativen Eingriff entfernt werden. Die gängigste und modernste Methode hierfür ist eine Laserbehandlung.

Tränensäcke
Bei Tränensäcken handelt es sich um Fettablagerungen im Gewebe des Unterlides. Sie treten bei jüngeren Menschen oft kurzzeitig als Zeichen von Übermüdung auf. In der Regel sind bleibende Tränensäcke eine Alterserscheinung. Während einer Operation kann durch einen kleinen Schnitt das Fettgewebe abgesaugt und die Haut gleichzeitig wieder gestrafft werden.

Spezialsprechstunde für Liderkrankungen und ästhetische Lidchirurgie

Die Spezialsprechstunde für Liderkrankungen und ästhetische Lidchirurgie findet jeden Freitag. Bitte vereinbaren Sie einen Termin.

 

Stand der medizinischen Information ist März 2017.